19. Dezember 2007

Pressemitteilung

Huber und Rampf kündigen für 2009 Sonderaustellung der Schlösserverwaltung in Landshut an

Vorvertrag zur Nutzung der Stadtresidenz Landshut als Stadtmuseum unterzeichnet

"Die Schlösserverwaltung wird 2009 mit einer großen Sonderausstellung in der Landshuter Stadtresidenz einen herausragenden Glanzpunkt setzen", erklärte Finanzminister Erwin Huber am Mittwoch (19.12.) in Landshut. Anlass für diese Ankündigung war die Vorvertragsunterzeichnung zur künftigen gemeinsamen Nutzung der Stadtresidenz Landshut durch die Stadt Landshut und die Bayerische Schlösserverwaltung. Stadt und Schlösserverwaltung wollen die Stadtresidenz einschließlich der ehemaligen Hofstallungen künftig gemeinsam als Museum nutzen. Hierfür sind umfangreiche Baumaßnahmen nötig, für die nun mit einem Vorvertrag zwischen der Stadt Landshut und der Bayerischen Schlösserverwaltung die Voraussetzungen geschaffen wurden. "Die Zustimmung des Landshuter Stadtrates mit Oberbürgermeister Hans Rampf an der Spitze hat den Boden für ein noch stärkeres Engagement der Schlösserverwaltung in Landshut bereitet", betonte Huber.

Oberbürgermeister Hans Rampf dankte Staatsminister Erwin Huber für das finanzielle Engagement des Freistaates Bayern, das nicht zuletzt auch auf Empfehlung des damaligen Staatsministers Kurt Faltlhauser zustande gekommen ist. Mit der Renovierung, der Sanierung und der musealen Nutzung der Stadtresidenz sowie des Marstalls entstehe ein weiterer kultureller Fixpunkt im Zentrum der Stadt, hob Rampf hervor.

Huber und Rampf zeigten sich überzeugt, dass die Landshuter Stadtresidenz aufgrund ihrer Lage im Herzen der Altstadt und ihrer Geschichte künftig wieder eine herausragende Rolle im kulturellen Leben der Stadt Landshut einnehmen könne. Der jetzt geschlossene Vorvertrag ist der vertragliche Grundstein für die künftige museale Zusammenarbeit zwischen Freistaat Bayern und Stadt Landshut im Areal der Stadtresidenz und die hierfür erforderliche vorhergehende Sanierung durch die Schlösserverwaltung im Bereich der ehemaligen Hofstallungen und des Wasserpavillons. Die Sanierungsarbeiten sollen nach den Planungen voraussichtlich 2011 abgeschlossen werden. Im Staatshaushalt sind hierfür bereits 5,4 Millionen Euro eingestellt.

Die Sonderausstellung der Bayerischen Schlösserverwaltung wird in der Stadtresidenz Landshut vom 28. Mai bis voraussichtlich Mitte September 2009 stattfinden. Im Mittelpunkt der Ausstellung sollen die Kunst am humanistisch geprägten Musenhof Herzog Ludwigs X. von Bayern (1495-1545) und sein spektakulärer Stadtpalast stehen. Ludwigs Wahlspruch "Ewig blühe Bayerns Land" wird das Motto der Ausstellung bilden. Die mit internationalen Leihgaben hochkarätig bestückte Renaissanceschau wird in den Prunkräumen der Stadtresidenz inszeniert. Minister Huber: "Damit werden wir den Beweis antreten, dass in der Stadtresidenz hochwertige Ausstellungen mit sensiblen Leihgaben möglich sind".

Die Ausstellung wird nicht nur einen kunsthistorischen Höhepunkt setzen, sondern auch ein spannendes Kapitel bayerischer Geschichte beleuchten. Der Wittelsbacher Herzog Ludwig X. wurde als politische Figur wie als mäzenatischer Renaissancefürst bisher noch kaum gewürdigt. Obwohl 1506 die alleinige Regierung im Herzogtum Bayern durch den jeweils ältesten Sohn festgelegt worden war, erstritt sich Ludwig als Zweitgeborener die Mitregierung. In der alten Herzogsstadt Landshut entfaltete er eine prächtige Hofhaltung. Er zog Humanisten, Wissenschaftler und Künstler an seinen Hof auf der Burg Trausnitz und ließ schließlich mit der Stadtresidenz im Herzen des mittelalterlichen Landshut einen Palast von erstaunlicher Modernität errichten. Als der erste und einzige italienische Renaissancepalazzo nördlich der Alpen ging dieser in die europäische Kunstgeschichte ein.

Mit der Ausstellung unternimmt die Bayerische Schlösserverwaltung den Versuch, erstmals eine große Zahl der für den Landshuter Hof entstandenen und heute weltweit in den großen Museen und Sammlungen verstreuten Kunstwerke am authentischen Ort in den prunkvollen Sälen der Stadtresidenz wieder zusammenzuführen. Dazu gehören die Werke der Hofmaler Hans Wertinger und Barthel Beham ebenso wie einstige Ausstattungsstücke, d.h. Glasgemälde, Kunstkammerstücke und Möbel. Porträts der Persönlichkeiten am Landshuter Hof, von den Fürsten über die Mätresse Ludwigs X. bis zum herzoglichen Hofmeister, lassen die Epoche der Renaissance lebendig werden.

Mit über 100 Leihgaben aus europäischen und amerikanischen Sammlungen wird die Sonderausstellung einen Glanzpunkt im Jahr der nächsten Landshuter Hochzeit setzen und das kunsthistorische Kleinod der Stadtresidenz Landshut erstmals angemessen würdigen.

 

Pressemitteilung 328/2007
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Pressemitteilung 19. Dezember 2007

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