31. März 2009

Pressemitteilung

Saison-Eröffnung in Schloss Höchstädt:
Vorfreude auf das Deutsche Fayencemuseum

Ende der Winterpause: Ab dem 1. April öffnet Schloss Höchstädt wieder seine Pforten. Außer der sehenswerten Schlosskapelle lockt auf 1.200 Quadratmetern die Dauerausstellung "Brennpunkt Europas 1704. Die Schlacht von Höchstädt". Außerdem zeigt das Forum für Schwäbische Geschichte des Bezirks Schwaben ab 4. April die Ausstellung "Creations" des Wertinger Malers und Bildhauers Manfred J. Nittbaur.

Aber vor allem wirft ein neues Museum schon seine Schatten voraus: Nächstes Jahr eröffnet die Bayerische Schlösserverwaltung in Schloss Höchstädt das Deutsche Fayencemuseum. "Über den Tellerrand …" lautet der Titel dieser Ausstellung, die prachtvolle und kuriose Meisterwerke der Fayencekunst versammeln wird. Das Museum wird in seiner Art einzigartig in Deutschland sein.

"Fayence ist eine Nachahmung von Porzellan von ganz eigenem Reiz", so Dr. Uta Piereth von der Museumsabteilung der Schlösserverwaltung. "Die Annäherung an das Thema bringt wundervolle Überraschungen mit sich". Schon bei den Formen entdeckt man eine unglaubliche Vielfalt: Geschirr, Gefäße und Geräte gibt es ebenso wie Toilettenartikel oder drollige Figuren. Das Museum wird zum Beispiel ein Hohlgefäß in Gestalt eines Huhns, eine Mops-Figur oder die Statue eines kleinen Rattenfängers zeigen. Meist sind die Fayencen reich dekoriert und verziert; blau oder bunt leuchten die Farben auf dem warm glänzenden Weiß der Glasuren.

 

Ein anschauliches Museum für Kinder, Kenner und Kaffeetanten

Dutzende von Fayence-Manufakturen schossen in Deutschland im 18. Jahrhundert aus dem Boden. Sie fertigten diese besonderen Keramiken nicht nur für den Adel, sondern auch für Bürger und Handwerker an. Fayencen dienten sowohl zu repräsentativen als auch zu alltäglichen Zwecken.

Was veranlasste die Gründung dieser frühen Fabriken? Wie genau wurden dort Fayencen hergestellt? Wie sahen die Arbeitsbedingungen in den Manufakturen aus? Fragen, die das Deutsche Fayencemuseum beantworten will.

Konkrete Geschichten über Funktion und Nutzer von Fayencen soll der Besucher aus der Beschäftigung mit den einzelnen Objekten erfahren. Historische Lebenswelten sollen sich ihm eröffnen, etwa anhand der Tafel- und der Kaffeehauskultur, die mit dem Aufkommen der Fayencen Mode wurde. Die Ausstellung soll zum Hineindenken, Mitmachen und Ausprobieren ermutigen: "Sie wird ein verlockendes Ausflugsziel für Jung und Alt, Gruppen und Einzelbesucher", so Piereth.

Als Vorbereitung für das Deutsche Fayencemuseum ließ die Schlösserverwaltung geeignete Räume in Schloss Höchstädt renovieren. Dabei wurden Wandmalereien aus unterschiedlichen Epochen freigelegt, die einigen neuen Museumsräumen einen ganz besonderen Reiz geben.

 

Schloss Höchstädt an der Donau

Schloss Höchstädt an der oberen Donau ist eines der herausragenden Denkmäler des ehemaligen Fürstentums Pfalz-Neuburg. Seine Entstehung verdankt die Vierflügelanlage mit den runden Ecktürmen der Eheschließung des Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Neuburg mit der Herzogstochter Anna von Jülich-Kleve-Berg 1574. Im Heiratsvertrag verpflichtete sich der Pfalzgraf, für einen angemessenen Witwensitz zu sorgen.

1589 bis 1602 errichteten Graubündner Maurer nach Entwürfen von Lienhart Grieneisen einen Neubau in den Formen der Spätrenaissance, in den der gotische Turm der Vorgängerburg integriert wurde. Herzogin Anna lebte 1616 bis 1632 als Witwe in Höchstädt. Während ihr Sohn Wolfgang Wilhelm aus politischen Gründen in Neuburg die Gegenreformation durchführte, hielt sie hier am evangelischen Glauben fest. Davon zeugt noch die Ausmalung des Gewölbes der Schlosskapelle, die zu den schönsten Zeugnissen des süddeutschen Protestantismus vor der Gegenreformation gehört.

Danach diente das Schloss nur noch untergeordneten Zwecken. Daher blieb aber viel von der ursprünglichen Erscheinung eines Fürstensitzes der Spätrenaissance erhalten. Das Schloss wurde 1979 vom Freistaat Bayern erworben, um die bedeutende Anlage der Renaissance zu erhalten und kulturell zu nutzen.


Schloss Höchstädt

Herzogin-Anna-Straße 52, 89420 Höchstädt/Donau
Telefon (0 90 74) 95 85 - 7 00 · Fax (0 90 74) 95 85 - 7 91
www.europa1704.de

Informationen
Schlossverwaltung Neuburg
Residenzstraße 2, 86633 Neuburg
Telefon (0 84 31) 64 43 - 0 · Fax (0 84 31) 64 43 - 44
svneuburg@bsv.bayern.de

Öffnungszeiten
April - September: 9-18 Uhr · Oktober - März: geschlossen
Montags geschlossen

Führungen
Sonntags 15 Uhr · Gruppenführungen nach Voranmeldung in Schloss Höchstädt
Besichtigung für Rollstuhlfahrer möglich

Verkehrsmittel
DB bis Höchstädt, 10 Gehminuten

 

Presse-Informationen:
Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 31. März 2009

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