16. Februar 2011

Pressemitteilung

Spende ermöglicht Restaurierung eines kostbaren Ziergitters in Schloss Neuburg

Dank einer großzügigen Spende der Gesellschaft "Alte Residenz Neuburg e.V." kann die Bayerische Schlösserverwaltung dieses Jahr das kostbare Ziergitter vom hofseitigen Bogen der Tordurchfahrt von Schloss Neuburg restaurieren lassen. Voraussichtlich ab Mitte des Jahres wird das filigrane Gitter nach der Restaurierung im Museumstrakt zum "Fürstentum Pfalz-Neuburg" im Schloss präsentiert werden. Von dort hat der Besucher direkten Blickkontakt zur Tordurchfahrt, wo das Gitter einst angebracht war.

"Wir freuen uns sehr, dass dank der Initiative und großzügigen Unterstützung durch die Gesellschaft 'Alte Residenz Neuburg' dieses bedeutende Relikt der Baugeschichte von Schloss Neuburg als Exponat für das Museum gewonnen werden kann", so Dr. Brigitte Langer, Museumsreferentin der Bayerischen Schlösserverwaltung. Der Museumstrakt war 2006 neu gestaltet worden.

Kurfürst Karl Theodor gab das Gitter in Auftrag

Das segmentbogenförmige Oberlichtgitter ist aus getriebenem Kupferblech gebildet. Es zeigt in der Mitte das Wappen des Kurhauses Pfalz-Sulzbach, beiderseits gehalten von zwei von Muschelwerk umrahmten Löwen. Demnach hat Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz (reg. 1743–1799), der auch Herzog von Pfalz-Neuburg war, das Ziergitter zwischen 1743 und 1777 für Schloss Neuburg in Auftrag gegeben. Trotz zahlreicher Verluste ornamentaler Teile ist das Gitter in seinen wesentlichen Schmuckteilen erhalten.

Das Gitter war aufgrund seines schlechten Erhaltungszustandes seit langem deponiert. Die Kupferblechteile sind deformiert, verschiedenfarbig überstrichen, teilweise korrodiert, der Rahmen aus Eichenholz mehrfach gebrochen und instabil. Voruntersuchungen haben jedoch gezeigt, dass unter den Übermalungen, Verschmutzungen und Korrosionen die originale Feuervergoldung des Ziergitters erhalten ist. Auch war das Wappen ehemals farbig staffiert.

Vergoldung freilegen, Farben rekonstruieren

Das Gitter wird nun unter der Fachaufsicht der Bayerischen Schlösserverwaltung restauriert. Die originale Vergoldung wird wieder freigelegt, die farbige Fassung des Wappens rekonstruiert, das Metall nach der Reinigung durch einen Wachsüberzug konserviert, der Holzrahmen instandgesetzt. Auf die Ergänzung der verlorenen Ornamente wird verzichtet, da das Gitter in seinen Hauptschmuckelementen ablesbar ist.

"Die Gesellschaft Alte Residenz hat für Schloss Neuburg schon zahlreiche wichtige Projekte initiiert und mit Spenden finanziert", bedankte sich Langer anlässlich des Restaurierungsbeginns. Besonders prominente Unternehmungen waren unter anderem 2005 der Nachguss des bronzenen Ziergitters aus der Ottheinrich-Zeit an der stadtseitigen Tordurchfahrt in das Schloss sowie 1990 die Kopie des Ottheinrich-Brunnens für die Schlossterrasse, dessen Original in Schloss Berchtesgaden steht.

 

Presse-Informationen:
Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 16. Februar 2011

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