11. Juni 2013

Pressemitteilung

Rund 100 Werke des Farbenfürsten zu sehen

Exter-Ausstellung in Übersee

Anlässlich des 150. Geburtsjahres des Malers und Bildhauers eröffnet das Künstlerhaus Exter am Sonntag, 16. Juni, die große Sonderausstellung "Julius Exter (1863–1939) – Der Farbenfürst". Die Werkschau, die bis 8. September in dem einstigen Wohn- und Atelierhaus des Künstlers zu sehen ist, umfasst annähernd 100 Gemälde aus allen Schaffensphasen. Fast ein Drittel davon wurde noch nie öffentlich gezeigt.

Die frühen Werke stellen Exter als subtilen Naturalisten vor. Noch vor 1900 löst sich Exter vom linienbetonten Malstil und sucht nach neuen Möglichkeiten, die Natur auf die Fläche zu bannen. Er wendet sich der Freilichtmalerei zu und intensiviert sie während seiner Aufenthalte in Künstlerkolonien und auf Auslandsreisen. Nach dem Kauf seines Sommerdomizils, eines kleinen Bauernanwesens in Übersee-Feldwies, im Jahr 1902 rücken das Voralpenland, der Chiemsee und Exters neu angelegter Garten in den Mittelpunkt seines Schaffens. Die Wintermonate verbringt Exter in München, wo er weiter ein Atelier unterhält. 1917 muss er sich aus wirtschaftlicher Not endgültig in sein Bauernhaus in Feldwies zurückziehen.

Neben Landschaftspanoramen bevorzugt der Maler kleine Naturausschnitte: Der Bach, ein Waldweg, ein Kahn am Seeufer, die Staudengewächse im eigenen Garten. Exter, von Zeitgenossen "Der Farbenfürst" genannt, bringt seine selbst hergestellten Farben quasi zum Glühen. Scheinbar belanglose Motive werden zu Bildthemen. Dabei geht es dem Künstler immer weniger um das Abbilden von Sichtbarem und immer häufiger um das Einfangen von Emotionen und Stimmungen. Mal ist das Seeufer in warmes Nachmittagslicht getaucht, mal liegen die Badenden am sommerlich aufgeheizten Sandstrand. Die Farbe wird zum Stimmungsträger.

Neuankauf zeigt Exters Talent als Bildhauer

Neben der Malerei ist es die Bildhauerei, mit der sich Exter künstlerisch auseinandersetzt. Aus dem bildnerischen Œuvre sind im Exter-Haus ebenfalls einige Arbeiten zu sehen, darunter ein Neuankauf – eine Büste, die Exter um 1900/1905 geschaffen hat. Der Museumsreferent der Bayerischen Schlösserverwaltung, Dr. Thorsten Marr, freut sich über den Neuankauf: "Es gibt nicht viele Bildwerke des Künstlers. Die Büste wollten wir unbedingt haben." Sie zeigt den Maler Carl Leipold (1864–1943) und wurde von Sabina Müller und Anne Weiß für die Ausstellung eigens restauriert. Sie soll dauerhaft im Künstlerhaus Exter präsentiert werden.

Der Künstler Julius Exter

Julius Exter (1863–1939) zählt zu jenen modern gesinnten Malern, die 1892 aus der Münchener Künstlergenossenschaft austreten und die "Münchener Secession" gründen. Exter stellt in München, Berlin, Düsseldorf und anderen Kunstmetropolen aus. Seine Werke finden ein kaufkräftiges Publikum. 1902 verleiht ihm die Königlich Bayerische Akademie der Bildenden Künste in München den Titel "Königlicher Professor". Er unterrichtet Studenten im Winter in München, im Sommer in seiner Malschule in Feldwies. Durch den Ersten Weltkrieg bedingt geht der wirtschaftliche Erfolg des Künstlers zurück. Julius Exter stirbt am 16. Oktober 1939. Seine Tochter Judith erbt das Anwesen und den gesamten künstlerischen Nachlass.

Das Künstlerhaus Exter

Judith Exter (1900–1975) vertraut ihr Erbe dem Freistaat Bayern an. Daran geknüpft ist die Auflage, das Künstlerhaus zur Erinnerung an den Vater öffentlich zugänglich zu machen. Seit Juni 1980 wird der Ausstellungsbetrieb von einem gemeinnützigen Trägerverein finanziert und organisiert. Die Bayerische Schlösserverwaltung hat das denkmalgeschützte Anwesen originalgetreu restauriert und widmet sich intensiv der Sicherung des umfangreichen Nachlasses aus Gemälden und Skulpturen. Inzwischen besuchen etwa 14 000 Kunstinteressierte pro Jahr das von Exter umgebaute, rund 500 Jahre alte Bauernanwesen, in dem auch andere Ausstellungen gezeigt werden. Besonderer Anziehungspunkt ist der nach Gemälden, Fotos und anderen Dokumenten restaurierte Exter-Garten mit dem markanten Blumenweg.


Öffnungszeiten der Ausstellung:
Dienstag bis Sonntag jeweils 17 bis 19 Uhr oder für Gruppen nach telefonischer Vereinbarung. Am "Tag des offenen Denkmals" (Sonntag, 8. September 2013) ist das Exter-Haus von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Künstlerhaus Exter mit Garten
Blumenweg 5, 83236 Übersee-Feldwies
Telefon (0 86 42) 89 50 83, Fax (0 86 42) 89 50 85

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. Thomas Rainer, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 11. Juni 2013

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