18. Juli 2014

Pressemitteilung

Franz von Kobell-Denkmal saniert

Präsentation zum 211. Geburtstag des Autors der „G’schicht‘ von‘ Brandner-Kasper“

Morgen, Samstag, 19. Juli 2014, feiert der Münchner Volksdichter und Autor des „Brandner Kasper“ Franz von Kobell seinen 211. Geburtstag. Die Bayerische Schlösserverwaltung hat dies zum Anlass genommen, am Vortag des Geburtstags die mit Hilfe der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung und mehrerer privater Sponsoren 2014 durchgeführte Sanierung des Franz von Kobell-Denkmals in den Maximiliansanlagen der Öffentlichkeit vorzustellen. Das 1896 unter großer Anteilnahme der Münchner Bürgerschaft enthüllte Denkmal zeigt eine Porträtbüste Kobells.

Im Rahmen der Sanierungsmaßnahme wurde der durch Vandalismus unansehnlich gewordene steinerne Unterbau des Denkmals restauriert und umfassend gereinigt. Der überlebensgroße Kopf Kobells, den der Bildhauer Benedikt König modellierte und Ferdinand von Miller der Jüngere in Bronze goss, ruht nun wieder auf einem würdigen Steinsockel. Bernd Schreiber, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, dankte den Sponsoren der insgesamt 15.000 Euro teuren Maßnahme. „Dank Ihrem Engagement trotzt der Münchner Genius der Vergänglichkeit der Zeit. Wie der Brandner Kasper den Tod überlistet, hat sich auch Kobell dem ewigen Vergessen listig entzogen“, erläuterte der Präsident der Schlösserverwaltung.

Da sich die in den brüchig gewordenen Stein gemeißelte Inschrift mit dem Namen und den Lebensdaten des Geehrten  – eine Überarbeitung der 1930er Jahre – nicht ohne weitere Substanzverluste erneuern ließ, wurde sie in Bronzeguss neu ausgeführt.  Zusätzlich wurde die ursprünglich für das Denkmal vorgesehene, fehlende Sockelplatte mit einem Gedicht Victor von Scheffels (1826-1886) rekonstruiert. Der Bronzeguss des in erhabenen Lettern auf gekrümmter Platte geschriebenen Vierzeilers war kompliziert – er musste exakt an die steinerne Basis angepasst werden. Das Gedicht spielt auf die wissenschaftlichen und literarischen Leistungen Kobells an: Ihm wurden die Geister des Wildwald’s vertraut, / Und die Edelsteine hütenden Zwerge. / Seiner Lieder kristall klarer Jodellaut / Bleibt das Kronjuwel Bayerischer Berge.

Franz Ritter von Kobell (* 19.7.1803, † 11.11.1882) kam als Sohn des Münchner Malers Wilhelm Kobell zur Welt. Sein Hauptverdienst liegt in seinen bahnbrechenden mineralogischen Studien, die er mit großem Erfolg publizierte. Auch die Galvanoplastik verdankt ihm wichtige Neuerungen. Als Hersteller von Daguerrotypien, die bereits 1839 die Münchner Frauentürme und die Glyptothek ablichteten, kann er als Fotopionier gelten. Wirklich dauerhaft  im Gedächtnis geblieben ist er als volkstümlicher Autor, dessen „G’schicht‘ von‘ Brandner-Kasper“ mehrfach verfilmt, dramatisch aufbereitet und seit Jahrzehnten auf Münchner Bühnen gespielt wird.

Nähere Informationen zu den Maximiliansanlagen

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. Thomas Rainer, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 18. Juli 2014

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