15. November 2016

Pressemitteilung

Söder: 11 Millionen Euro für Schloss Seehof

Planungsauftrag erteilt für Instandsetzungsarbeiten an Schloss und Parkmauern des Schlosses Seehof

Instandsetzungsarbeiten am Schloss Seehof in Memmelsdorf bei Bamberg und an den Parkmauern stehen an. „Schlösser sind der Fingerabdruck der bayerischen Geschichte, das kulturelle Erbe des Freistaats. Die sehenswerte Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe ist Bestandteil unserer Heimat Bayern. Wir investieren rund 11 Millionen Euro in die Sanierung der Schlossanlage Seehof“, teilte Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder aus Anlass der Erteilung des Planungsauftrags mit. 27 Jahre nach Abschluss der letzten Sanierungsarbeiten sind Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich.

Der Planungsauftrag umfasst die Sanierung der Fassaden, des Daches, der Parkmauern und der Parkfiguren mit Parktreppen. Vorgesehen sind an der Fassade die Reinigung und Putzergänzung, eine Überarbeitung der Natursteinteile, eine Erneuerung und Ergänzung der Verblechungen und der Schieferdeckung der Gauben im Dachbereich sowie eine Sanierung der historischen Fenster und Fensterläden. Die Schieferdeckung mit Dachschalung soll erneuert werden. An der Parkmauer ist die Sanierung der Sandsteinabdeckungen, das Schließen der Fugen und eine Erneuerung des Putzes vorgesehen. Die beiden Figurengruppen auf dem westlichen Schlossparterre und die Obelisken sind noch im Original aus Sandstein erhalten. Um die wertvollen Skulpturen zu erhalten, sind umfangreiche restauratorische Maßnahmen erforderlich. Die Seeufermauer zum Figurenweiher soll saniert werden ebenso wie das aus Sandstein kunstvoll durchbrochenem Steinwerk des Seegitters. Vorgesehen ist auch eine Instandsetzung der Kaskade mit der Treppenanlage.

Das von 1687 bis 1696 errichtete Schloss Seehof war die Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe. Der Barockgarten wurde Anfang des 18. Jahrhunderts unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn angelegt. Unter den Fürstbischöfen Franckenstein und Seinsheim wurde er mit mehr als 400 Sandsteinfiguren von Ferdinand Tietz ausgestattet, der auch für den Hofgarten Veitshöchheim tätig war. Nach der Säkularisation 1803 kam das Fürstbistum an das Kurfürstentum und spätere Königreich Bayern, in der Folge gelangte es in Privatbesitz. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Areal stark verändert und seit den fünfziger Jahren begann der systematische Ausverkauf des kostbaren Inventars des Schlosses. Erst 1975 gelangten Schloss und Park Seehof in Besitz des Freistaats Bayern. In den Jahren danach erfolgte eine Restaurierung der gesamten Anlage durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das auch noch heute eine Dienststelle im Gebäude unterhält. 2003 wurde Seehof der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen übergeben. Die Parkanlage von Schloss Seehof wird auf drei Seiten von einer Gartenmauer umschlossen. Die vierte Seite zum Figurenweiher hin bildet das sog. „Seegitter“. Das Denkmalensemble Seehof mit Schloss, Garten und Wasserspielen ist eine überregional bekannte Besucherattraktion. Neben den neun Prunkräumen des Schlosses sind in der als Lapidarium genutzten westlichen Orangerie einige Originale der zum größten Teil leider nicht erhaltenen Skulpturen von Ferdinand Tietz zu besichtigen.


Pressemitteilung Nr. 580/16

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Pressemitteilung 15. November 2016

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