7. März 2018

Pressemitteilung

Opernstoff: Odysseus‘ „Penelope“ im Markgräflichen Opernhaus – Ein rekonstruiertes barockes Opernkostüm lässt Wilhelmines Operntradition lebendig werden

Was wäre die barocke Oper ohne ihre Kostüme? Mit welcher stofflichen Opulenz das höfische Schauspiel und Musiktheater im 18. Jahrhundert inszeniert wurde, macht die Rekonstruktion eines barocken Theaterkostüms deutlich, das im Auftrag der Bayerischen Schlösserverwaltung für das neu entstehende Museum zum Markgräflichen Opernhaus angefertigt wurde. Vorlage des Kostüms, das erstmals im Rahmen der diesjährigen Residenztage zur Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses der Öffentlichkeit präsentiert wird, war eine graphische Darstellung aus dem Kostümbuch des Bayreuther Rüstkämmerers Johann Meßelreuther. In der 1723 unter dem Titel „Neu-eröffneter Masquen-Saal...“ erschienen Stichsammlung werden mehr als 200 „Masqueraden-Figuren“ abgebildet, die einen anschauliches Eindruck vom Kostümfundus der Bayreuther Oper unter Markgraf Georg Wilhelm am Beginn des 18. Jahrhunderts vermitteln. Vor wenigen Jahren konnte die Bayerische Schlösserverwaltung ein seltenes handkoloriertes Exemplar dieses einzigartigen kulturhistorischen Zeugnisses erwerben. „Die farbliche Gestaltung der Graphiken ließ den Wunsch entstehen, eines der abgebildeten Kostüme mit den ursprünglich verwendeten Stoffen nachzuschneidern.“, erklärt Dr. Thomas Rainer, der zuständige Museumsreferent der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Unter der Vielzahl der abgebildeten mythologischen und allegorischen Bühnenkostüme fiel die Wahl auf das Kleid der Penelope, der Gattin des griechischen Heros Odysseus, das sich durch eine besonders schöne Ornamentik auszeichnet. „Es war nicht leicht, das fantastische Kleiderbild in die Realität zu übersetzen“, erläutert Rainer. Zur Auswahl der passenden Stoffe waren umfangreiche Archivstudien notwendig: „Gott-sei-Dank hat sich im Staatsarchiv in Bamberg ein Inventar von 1715/16 über die auf dem Residenzschloss zu Bayreuth befindlichen Redouten-, Opern-, Comödien- und Masqueradenkleyder  erhalten, in dem die zum Teil überaus kostbaren Materialien der Kleider genau bezeichnet sind. Für die antiken Frauenkostüme wird häufig Seidendamast, Taft und Samt genannt.“ Türkisgrüner Seidendamast für das Obergewand, zitronenfarbener Taft für das Innenfutter und gelber Samt mit lavendelfarbenen Taftappliken zur onamentalen Gestaltung des Reifrocks  wurden für die Fertigung der Kostümrekonstruktion verwendet.

Bei Auswahl und Verarbeitung der Materialien berieten die Textilrestauratoren der Bayerischen Schlösserverwaltung die renommierte Kostümbildnerin Angelika Nowotny, in deren Werkstatt die Umsetzung des graphischen Entwurfs entstand. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Kostüm überzeugt mit changierenden Glanzeffekten, ein Lichterspiel, das perfekt zum illusionistischen Dekor des Markgräflichen Opernhauses passt. „Die  Theaterkostüme waren ein wichtiges Element der Ausstattung des Festraums und unterstützten die Einheit von Bühne und Zuschauerraum, die das barocke Musiktheater besonders auszeichnete.“, so Rainer.

Am Samstag, 28. April 2018, findet um 11.00 Uhr und um 15.00 Uhr unter dem Titel „Von der gestochenen Figurine zum getragenen Gewand – Die Rekonstruktion eines barocken Theaterkostüms“ dazu eine Themenführung des Museumsreferenten  im Rahmen der Residenztage statt. Die Führung dauert 60 Minuten. Der Eintritt für die beiden Führungen beträgt je 8,- Euro inklusive Eintritt ins Opernhaus, Besucher bis 18 Jahren sind frei. Eine Voranmeldung ist seit dem 1. März unter Telefon 0921 75969-22 möglich.

Sie möchten noch mehr über das Opernhaus erfahren? Schauen Sie in unser Programm zu den Bayreuther Residenztagen und entdecken Sie unsere spannenden Angebote. Das Programm sowie weitere Informationen zum Opernhaus und den Bayreuther Residenztagen finden Sie auf www.bayreuth-wilhelmine.de.

 

Presse-Informationen:
Dr. Cordula Mauß und Franziska Hölzle
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 7. März 2018

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