21. Februar 2018

Pressemitteilung

Moderne Technik im historischen Denkmal –
hinter den Kulissen des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth

Wenn sich der Vorhang hebt und der Zuschauer ganz in die Welt der Oper und ihre Geschichten eintaucht, dem Gesang lauscht und die Kostüme bewundert, dann bleibt ihm doch immer eine ganze weitere Welt verborgen. Viel Technik verbirgt sich hinter einer reibungslosen Vorführung und einem sicheren Besuch – und gerade im Falle des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth, welches zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, spielen dabei auch immer denkmalpflegerische und konservatorische Aspekte eine entscheidende Rolle.

Bei der mehrjährigen Restaurierung des Opernhauses durch die Bayerische Schlösserverwaltung und das Staatliche Bauamt Bayreuth stellten sich wiederholt Fragen in Bezug auf Haus- und Bühnentechnik, Brand- und Besucherschutz. Wie kann die moderne Technik in die historische Bausubstanz integriert werden, um Personen- und Objektschutz bestmöglich zu garantieren?

Die Erneuerung der Haus- und Bühnentechnik, welche aus den Nachkriegsjahren stammte, war dringend erforderlich, da gealterte Elektrotechnik und Bühnenbeleuchtung ein Brandrisiko darstellten, das Besucher und Gebäude gleichermaßen gefährdete. Die überholte Bühnentechnik wurde durch reversible Scheinwerfer-Stative im historischen Zuschauerraum ersetzt, so musste kaum in die Bausubstanz eingegriffen werden. Im Bühnenbereich wurden eine Sprinkleranlage und ein Eiserner Vorhang montiert und im Dachstuhl wurde eine Hochdrucknebellöschanlage installiert. Diese löscht mit geringen Mengen Wasser einen Brand bereits in der Entstehungsphase und verhindert so größere Löschwasser-Schäden. Sollte es dennoch zu einem Zwischenfall kommen, gibt es eine flächendeckende Brandmeldeanlage mit direkter Verbindung zur Feuerwehr und eine Alarmierungsanlage zur schnellen Gebäude-Evakuierung.

Doch auch aus konservatorischer Sicht gab es Gründe für eine Erneuerung der Technik im Opernhaus. Ein wesentlicher Aspekt zum Schutz der wunderschönen hölzernen Verkleidungen und Verzierungen ist ein stabiles Raumklima. Dieses wird nun durch eine Quelllüftungs-Klimaanlage sichergestellt, die eine optimale Luftzirkulation in den Räumen sicherstellt.

„Durch die Erneuerung der Haustechnik konnte somit das Sicherheitsniveau deutlich erhöht und die erforderlichen Eingriffe in die historische Substanz auf ein Minimum reduziert werden. Es entstand ein ausgewogenes Gesamtpaket aus Personen- und Objektschutzeinrichtungen, moderner Bühnen- und Museumstechnik sowie einer zeitgemäßen Grundinstallation“, sagt Mathis Gruhn aus der Bauabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Wenn Sie einen Blick in die Technik des Hauses werfen möchten, können Sie dies im Rahmen der Themenführung „Prima Klima − Stabiles Raumklima, Löschtechnik und effiziente Energienutzung im Markgräflichen Opernhaus“ von Diplom-Ingenieur Franz Rabenstein bei den diesjährigen Bayreuther Residenztagen am 22. April 2018 um 13.00 Uhr tun. Die Führung dauert ca. 60 Minuten, man sollte trittsicher sein und festes Schuhwerk tragen. Der für die Gesamtmaßnahme zuständige Baureferent der Bayerischen Schlösserverwaltung, Architekt Mathis Gruhn, stellt die „Baumaßnahme Opernhaus – Ein gigantisches Projekt, hunderte beteiligte Hände, unzählige Arbeitsschritte“ in seiner Themenführung, am Dienstag, den 22. April um 17.15 Uhr im Markgräflichen Opernhaus vor. Die Führung dauert 60 Minuten. Der Eintritt für die beiden Führungen beträgt je 8,- Euro inklusive Eintritt ins Opernhaus, Besucher bis 18 Jahren sind frei. Eine Voranmeldung ist ab dem 1. März 2018 ist unter Telefon 0921 7596922 möglich.

Alle Information zur Veranstaltung und den Residenztagen finden Sie unter www.bayreuth-wilhelmine.de.

 

Presse-Informationen:
Dr. Cordula Mauß und Franziska Hölzle
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 21. Februar 2018

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