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3. Dezember 2025

Pressemitteilung

Restaurierung des Festsaals der Residenz Ansbach erfolgreich abgeschlossen

Nach rund fünf Jahren rücksichtsvoller Restaurierungsarbeiten präsentiert die Bayerische Schlösserverwaltung den Festsaal der Residenz Ansbach nun wieder bereit für neue Generationen von Besucherinnen und Besuchern. Mit einem Festakt wurde der Saal am 3. Dezember 2025 vom Staatlichen Bauamt Ansbach, das die Maßnahme federführend leitete, offiziell an die Schloss- und Gartenverwaltung Ansbach übergeben.

„Mit großem Engagement und höchster fachlicher Sorgfalt ist es gelungen, die kostbare Originalsubstanz dieses einzigartigen Gesamtkunstwerks zu bewahren und zugleich modernste konservatorische Standards zu berücksichtigen“, betonte Hermann Auer, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, in seiner Ansprache. Besonders hob er die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Staatlichen Bauamt Ansbach, den Restauratorinnen und Restauratoren sowie der Schloss- und Gartenverwaltung Ansbach hervor. Auer unterstrich die maßgebliche Rolle der Fachleute der Bayerischen Schlösserverwaltung: „Die Kolleginnen und Kollegen aus Bauabteilung und Restaurierungszentrum haben mit außerordentlicher Fachkenntnis, großer Sorgfalt und unermüdlichem Einsatz entscheidend dazu beigetragen, dass wir dieses denkmalpflegerisch anspruchsvolle Projekt auf höchstem Niveau umsetzen konnten.“

Der im Jahr 1734/35 entstandene prachtvolle Festsaal mit seinem über 300 m² großen Deckengemälde von Carlo und Diego Carlone zählt zu den bau- und kunsthistorisch herausragenden barocken Raumensembles Süddeutschlands. Die Restaurierung war aufgrund gravierender statischer und konservatorischer Schäden dringend erforderlich. Lockere Stuckfragmente, sich ausweitende Risse in der Deckenkonstruktion sowie deutliche Verfärbungen und Substanzverluste an der Deckenmalerei – verursacht unter anderem durch Wasserschäden und Salzausblühungen – gefährdeten das historische Gefüge erheblich.

Bereits vor Beginn der eigentlichen Restaurierung mussten umfangreiche Notsicherungen vorgenommen und ein komplexes Raumgerüst errichtet werden, das die vollständige Kartierung der Schäden und die Durchführung zahlreicher Materialuntersuchungen ermöglichte. Die Teams der Restauratorinnen und Restauratoren setzten anschließend sowohl bewährte als auch innovative Verfahren ein, darunter die Reinigung der Stuckoberflächen mittels Lasertechnologie – ein besonders präzises und substanzschonendes Verfahren. Grundprinzip der gesamten Maßnahmen war größtmögliche Zurückhaltung: Ziel war nicht die Herstellung eines vermeintlich „neuen“ Zustands, sondern die Bewahrung der rund 300-jährigen Geschichte des Saales. Besucherinnen und Besucher werden auch nach der Restaurierung die authentische Patina des Raumes und die historischen Spuren seiner Nutzung erleben können.

Trotz des erheblichen Arbeitsaufwands und der sensiblen Substanz konnte der sogenannte „Carlonesaal“ über die gesamte Restaurierungszeit hinweg für den Publikumsverkehr geöffnet bleiben. Viele Gäste hatten dadurch die seltene Gelegenheit, den Restauratorinnen und Restauratoren bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen – ein eindrucksvoller Einblick in die komplexen Prozesse von Denkmalpflege und Restaurierung. Der Freistaat Bayern stellte für die Sanierung rund 3 Millionen Euro bereit. „Das ist ein starkes Zeichen für den hohen Stellenwert, den der Freistaat Bayern der Bewahrung seines kulturellen Erbes beimisst“, so Präsident Auer.

Der restaurierte Carlonesaal ist im regulären Museumsrundgang der Residenz Ansbach zu besichtigen. Eine Sonderausstellung in der Residenz Ansbach wird im Jahr 2026 Einblicke in das Kunstwerk Festsaal und seine Restaurierung geben. Auch während der Bachwoche 2027 wird der restaurierte Festsaal in vielfältigen Veranstaltungsformaten erlebbar sein.

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Florian Schröter und Franziska Wimberger
Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 3. Dezember 2025